Mitochondriopathie

Wie im allgemeinen Kapitel über den Stoffwechsel dargestellt, sind die Mitochondrien die zentralen Elemente der Energiebereitsstellung im Körper. In jeder menschlichen Zelle leben 1.500 bis 6.500 Mitochondrien, in der weiblichen Eizelle sind es sogar 100.000! Ist die Funktion der Mitochondrien eingeschränkt, spricht man von Mitochondriopathie oder „mitochondriale Dysfunktion“. Die mitochondriale Medizin wurde 1962 von Dr. Rolf Luft geprägt und ins Leben gerufen, da man bis dahin davon ausging, dass Mitochondriopathien ausschließlich von der Mutter in Form von Mutationen der mitochondrialen DNA vererbt werden können. Dr. Luft begründete diesen neuen Medizinzweig mit der Erkenntnis, dass Mitochondrien auch im Laufe des Lebens erworben werden können.

Beim Burnout-Syndrom finden sich nicht selten erworbene Mitochondriopathien, die sich die Betroffenen auf Grund verschiedener Einflussfaktoren im Laufe des Lebens angeeignet haben.

Die Energieproduktion in den Mitochondrien kann auf verschiedene Weise gestört oder blockiert werden. Wenn im Körper zu viele freie Radikale unterwegs sind entsteht oxidativer Stress für die Zellen und dann verlagern die Mitochondrien ihre Energieproduktion in einen weniger effizienten Modus und es steht somit weniger Energie zur Verfügung.

freie Radikale entstehen im Körper z.B. durch:

  • andauernde erhöhte Arbeitsbelastung
  • psychischen Dauerstress
  • chronische Störungen im Darm
  • chronische Entzündungen
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Lichtstress

Viele freie Radikale sind auch durch Umweltfaktoren bedingt, wie Gifte aus Industrie und Landwirtschaft, Arzneimittel und Schwermetalle.

Die Steigerung des oxidativen Stress ist der nitrosative Stress auch Nitrostress genannt. Dieser entsteht durch vermehrte Produktion von Stickstoffmonoxid-Gas (NO-Gas) in den Zellen. Der Prozess der NO-Gas Produktion in den Zellen ist an sich natürlich und in regulärer Intensität auch lebensnotwendig (z.B. Regulierung des Blutdrucks, Abwehr von Krankheitskeimen). Läuft die NO-Gas-Produktion aus dem Ruder wird es problematisch. Als Folge kann nicht nur die Blockade der Energieproduktion in den Mitochondrien entstehen sondern auch Schäden an der Mitochondrienstruktur. Der Zustand einer Einschränkung der Energiebereitstellung durch die Mitochondrien wird als Mitochondriopathie bezeichnet.

die überhöhte Ausschüttung von NO-Gas im Körper kann u.a. verursacht sein durch:

  • chronische Schmerzen
  • Nahrungsmittelallergien/chronische Entzündungen im Darm
  • chronische Infektionen
  • Nitrate (Nahrungsmittelzusätze, Dünger)

Für die optimale Funktion der Mitochondrien ist die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen essentiell. Diese sind auch nötig damit die schätzungsweise 100.000 Stoffwechselvorgänge, die gleichzeitig in unserem Körper ablaufen, funktionieren. Unter dem Begriff Mikronährstoffe fast man im allgemeinen Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe, sowie Aminosäuren und Fettsäuren zusammen. Viele dieser Stoffe kann der Körper nicht selbst herstellen. Sie müssen täglich mit der Nahrung in ausreichender Menge aufgenommen werden. Ein Mikronährstoffmangel kann ein Grund für Burnout und Erschöpfung sein. Ein Mangel an den wichtigen Mikronährstoffen kann viele Ursachen haben. Dazu gehört Stress, der zu einem Mehrverbrauch an Mikronährstoffen führt, so dass diese nicht schnell genug wieder aufgefüllt werden können. Fehlernährung und der veränderte Nährstoffgehalt von Lebensmitteln auf Grund ausgelaugter Böden oder Behandlung bei Lagerung und Transport ist ein weiterer Faktor.

Ein oft unbeachteter Faktor bei der Entstehung von Nährstoffmängeln sind Stoffwechselstörungen von denen das KPU-Syndrom eine relativ häufige ist. KPU steht für Krpytopyrrolurie und beschreibt ein Stoffwechselphänomen, bei dem vermehr Nährstoffe über den Urin ausgeschieden werden, was zu teils schweren Mangelerscheinungen führt. Alle Informationen zu Kryptopyrrolurie sind auf dieser Seite zusammengefasst.