Nebennierenschwäche

Die Nebennieren sind etwa traubengroße Hormondrüsen, die sich jeweils auf den oberen Polen der Nieren befinden. Dort wird das für den Menschen lebenswichtige Kortisol gebildet. Sind die Nebennieren nicht mehr in der Lage genügend Kortisol zu bilden, dann kommt es zu Krankheitserscheinungen. Der Zustand wird als Nebennierenschwäche oder Nebennierenunterfunktion beschrieben. Im englischsprachigen Raum ist die Bezeichnung dafür „adrenal fatigue“.
Nach Umfragen in den USA geht man davon aus, dass mindestens 50% der erwachsenen Amerikaner einmal im Leben an einer Erschöpfung der Nebennieren leiden. Eine Störung der Nebenniere wird aber nicht immer erkannt, weil das Wissen über leichte bis mittelschwere Einschränkungen der Nebennierenfunktion noch nicht weit genug verbreitet ist unter Ärzten.

Wodurch entsteht eine Nebennierenunterfunktion?

Eine Nebennierenunterfunktion entsteht kurz gesagt durch Stress. Verschiedene Arten von Stress können dazu beitragen, dies kann sein: Wiederkehrende oder chronische Infektionen, psychische Belastungen, Schicksalsschläge oder eine einseitige, vitaminarme Ernährung. Die Reaktion des Körpers auf diese Stressfaktoren ist immer eine Erhöhung des Kortisolspiegels. Das geht jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn die gebildete Kortisolmenge, den Bedarf des Körpers nicht mehr abdecken kann, tritt eine Nebennierenunterfunktion ein. Die Auswirkung am Anfang sind oft Infektionen der Atemwege wie Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder Asthma bronchiale. Hält der Stress an oder kommen weitere Faktoren hinzu, dann erschöpfen die Nebennieren zunehmend. Dieses Zusammenbrechen der körpereigenen Regulationsmechanismen unter Dauerstress ist das was klassischerweise als Burnout bezeichnet wird.

Beschwerden bei Nebennierenunterfunktion

hier sind ein paar Beispiele von Symptomen, die auftreten können bei Nebennierenunterfunktion. Es müssen dabei nicht alle Störungen gleichzeitig vorliegen.

  • verminderte Stressresilienz
  • weniger Lebensfreude, leichte Depression
  • verminderte Libido
  • große Schwierigkeiten morgens aufzustehen
  • keine Ausdauer beim Sport
  • häufiger Konsum von Kaffee und Cola um wach zu bleiben
  • schlechte Konzentration und Kurzzeitgedächtnis
  • Einstellung zum Leben hat sich zum negativen verändert, einnehmen einer Opferrolle
  • bei Frauen: stärkere Beschwerden während der Menstruation

u.a.

Wie kann eine Nebennierenunterfunktion diagnostiziert werden?

Der Pupillenkontraktionstest nach Arroyo

Diese Methode wurde bereits 1924 von C. Arroyo beschrieben und kann leicht selbst durchgeführt werden. Du brauchst dazu einen abgedunkelten Raum, eine Taschenlampe, eine Uhr mit einem Sekundenzeiger und einen Spiegel. Im Dunkeln richtest du den Strahl der Taschenlampe auf ein Auge und zwar genau auf die Pupille. Mit dem anderen Auge schaust du in den spiegel und beobachtest, was mit dem beleuchteten Auge geschieht.

Normalerweise kommt es zu einer Verengung (Kontraktion) der Pupille wobei die Kontraktion bestehen bleibt, so lange das Auge vom Licht angestrahlt wird. Bei einer Nebennierenunterfunktion kann der Ziliarmuskel der Iris die Kontraktion nicht durchgehend halten. Innerhalb von 2 Minuten öffnet sich die Pupille und verengt sich kurz darauf wieder. Das kann etwa 30 Sekunden lang hin und her gehen bis die Pupille ganz offen bleibt, obwohl weiter Licht auf das Auge trifft.

Blutdrucktest nach Harrower

Dieser Test geht zurück auf auf Untersuchungen von H. Harrower, die 1929 veröffentlicht wurden.
Ein typisches Zeichen einer Nebennierenunterfunktion ist das Abfallen des Blutdrucks nach dem Aufstehen. Um das einfach zu Hause zu testen brauchst du nur ein Blutdruckmessgerät. Du solltest am Tag der Messung ausreichend getrunken haben, um auszuschließen, dass dein niedriger Blutdruck mit einer Dehydrierung zusammenhängt. Lege dich nun für 10 Minuten auf den Rücken. Miss dann deinen Blutdruck im Liegen und merke dir diesen Wert. Stehe dann auf und messe deinen Blutdruck im Stehen. Normalerweise ist zu erwarten, dass der obere Blutdruckwert nach dem Aufstehen um ca. 10 mmHg ansteigt. Wenn jetzt der Meßwert gegenüber deinem Wert im Liegen abfällt, gibt es ein Problem mit deinen Nebennieren.

Hauttest nach Sergent (positiver Dermographismus)

Der französische Arzt Emile Sergent hat 1917 diesen Test beschrieben. Der Test funktioniert so: Du ziehst mit einem Kugelschreiber mit eingefahrener Spitze oder einem anderen stumpfen Gegenstand mit leichtem Druck ca. 10-20cm über deine Bauchhaut. Die Linie der erscheint ist zunächst weiß und wird nach wenigen Sekunden wieder rötlich wie die umgebende Haut. Bei Nebennierenunterfunktion bleibt die Linie weiß. Dieser Test ist eher bei schweren Formen der Nebennierenunterfunktion positiv.

Speichel-Hormontest

Der entscheidende Test und der sicherste Nachweis für die Hormone der Nebenniere ist das „Kortisol-Tagesprofil im Speichel“. Mit dem Speicheltest können verschiedene Hormone zu verschiedenen Tageszeiten gemessen werden. Die Bestimmung mit Speichel gibt den freien Anteil der Hormone wieder (also den nicht an Trägerstoffe gebundenen Anteil). Blutuntersuchungen sind hier im Vergleich störanfälliger. Auch eine Urinuntersuchung eignet sich im Vergleich weniger, da nur der ausgeschiedene Anteil der Hormone angezeigt wird.

 

Nebennierenunterfunktion und Kryptopyrrolurie

Bei einer Nebennierenunterfunktion lässt sich häufig auch eine erhöhte Menge an Kryptopyrrol im Urin nachweisen, was zu einem Nährstoffverlust führt, vorallem an B-Vitaminen, Zink und Mangan. Weiter Informationen zu Kryptopyrollurie sind auf dieser Seite zusammengefasst.

Was tun bei Nebennierenunterfunktion?

Zunächst gilt es seinen Lebenswandel so zu gestalten, dass die Stressfaktoren minimiert werden. Auch die Ernährung ist dabei ein wichtiger Faktor. In Zukunft werde ich auf einer Unterseite hier meine Erkenntnisse zur Ernährung teilen. Wenn ein Befund über einen nicht normalen Hormonspiegel, dann sollte mit einem Endokrinologen oder Heilpraktiker die weitere Therapie besprochen werden, was heißen kann dass ggf. Hormone substituiert werden.

Es gibt einige frei verkäufliche Vitamine und Mikronährstoffe, die bei Nebennierenunterfunktion hilfreich sein können. Meine Empfehlung: