Hormone

Ein psychosomatischer Zustand der Erschöpfung hat eine neurochemische Entsprechung, die sich u.a in einem aus dem Gleichgewicht geratenen Neurotransmitter- und Hormonhaushalt zeigt. Hormone steuern verschiedene Aktivierungszustände unseres Körpers. Einige davon setzen uns bei Gefahr in erhöhte Alarmbereitschaft und ermöglichen schnell Ressourcen für Kampf oder Flucht bereitzustellen. Auf der anderen Seite gibt es Botenstoffe die für Entspannung und Regeneration sorgen. Die erste Gruppe kann man vereinfacht als „Gasgeber“ bezeichnen, die zweiten als „Bremser“.

Einteilung der Botenstoffe:

„Gasgeber“ „Bremser“
Adrenalin Melatonin
Cortisol Serotonin
Dopamin GABA (g-Aminobuttersäure)
Noradrenalin DHEA (Dehydroepiandrosteron)
Tryptophan

Wenn Neurotransmitter dauerhaft aufs Gas drücken, ist klar, dass wir uns irgendwann ausgebrannt fühlen weil die Regeneration fehlt. Hormone und Neurotransmitter sind ein sehr komplexes Feld und es scheint mir, als sei noch nicht geklärt, was davon Ursache und was Folge eines Erschöpfungszustands ist. Es erstaunt wie selten Ärzte in Richtung hormoneller Aspekte untersuchen. Auch das Fachgebiet der Endokrinologie, der Lehre von der Morphologie und Funktion der Drüsen mit innerer Sekretion und der Hormone, scheint mir gemessen an der Bedeutung, die es für die menschliche Gesundheit hat, unterbesetzt.

Zum Glück scheint sich das langsam zu ändern. Noch vor zehn Jahren bekam ich zur Behandlung von starkem Heuschnupfen regelmäßig starke Kortisonpräparate. Bis ich eines Tages umzog und am neuen Wohnort einen Arzt bat mir diese Spritzen zu geben, wie es mein Hausarzt zuvor getan hat. Der Arzt wimmelte mich harsch ab mit der Begründung er könne das mit seinem hippokratischen Eid nicht vereinbaren, da die Nebenwirkungen zu stark seien. Das war mit der Auslöser bei mir neben den Schulmedizinern auch mal einen Heilpraktiker aufzusuchen. Häufige Kortisongabe, chronischer Stress und andere Faktoren können zur Entwicklung einer Nebennierenunterfunktion oder Nebennierenschwäche beitragen. Die Nebenniere bildet wichtige Botenstoffe wie Adrenalin, Cortisol, Dopamin, Noradrenalin, DHEA u.a.. Weitere Informationen und Tipps zur Nebennierenschwäche – im Englischen Adrenal Fatigue genannt – findet sich auf dieser Seite.

Da die Thematik der Neurostransmitter und Hormone so komplex ist sollte eine Behandlung nur in Abstimmung mit einem Arzt oder erfahrenen Heilpraktiker stattfinden.

Im Verdachtsfall kann man einige der folgenden Selbsttests machen.

Das Thema mit den Hormonen sollte man im Zusammenhang mit anderen Stoffwechselparametern betrachten. So werden z.B. Vorstufen des DHEA in den Sog. Mitochondrien gebildet, deren Aktivität wiederum durch Schwermetalle blockiert sein kann.